Dr. Ursula Fischer an einem ihrer Arbeitsplätze

 

Lebensfreude und der Mensch als Ganzes

Moderne, lichtdurchflutete Räume empfangen uns. Und ein freundliches Praxisteam. Dr. Ursula Fischer hat in Elxleben – unvorhersehbar mitten in der Corona-Krise – am 1. April ihre neue Praxis nach dreimonatiger Umbauzeit eröffnet. Anstatt sich mit nunmehr 67 Jahren zur Ruhe zu setzen, wagt sie einen Neubeginn. Und große Investitionen. Wir sind neugierig auf die Frau, die offenkundig keine Ambitionen hat, Rentnerin zu werden.

Fünfzehn Jahre schon praktiziert die in vielen medizinischen Sparten ausgebildete und erfahrene Ärztin in Elxleben, ihren südthüringer Dialekt hat sie behalten. Als Kinderärztin begann sie, promovierte im Fachgebiet Chirurgie, absolvierte danach eine weitere Ausbildung in „Tiefenpsychologie fundierte Psychotherapie“ und späterhin eine zur Allgemeinmedizinerin – so die korrekte Bezeichnung. Dass sie zudem noch diverse Spezialisierungen vorzuweisen hat, verwundert uns zu diesem Zeitpunkt des Gespräches schon nicht mehr. Dazu gehören u.a. medizinische Hypnose, autogenes Training, Sauerstofftherapie nach Ardenne, Lasertherapie. „Es geht mir darum, alles miteinander zu verbinden, um die Möglichkeiten ganzheitlicher Heilung auszuschöpfen.“, erklärt Dr. Fischer. Und sie weist auf die Zusammenhänge hin, dass die unterschiedlichsten Einflüsse auf unser körperliches Befinden einwirken, uns krank machen können. Eine zentrale Rolle dabei spielen Stress und Hektik im Alltag, die bei vielen Menschen längst zur Routine geworden sind. Das kann auf Dauer krank machen, Körper wie Seele – Schlafstörungen, Erschöpfungszustände und Depressionen und unzählige psychosomatische Erkrankungen bis hin zu Krebs auslösen.

„Jeder Mensch ist ein Individuum. Ich will mehr Zeit haben, mich intensiver kümmern zu können.“, sagt Ursula Fischer auf unsere Frage, warum sie den Schritt in die neue Praxis ging. Um für den Ort die Möglichkeit eines niedergelassenen Kassenarztes zu erhalten, gab sie zum 31. Dezember 2019 ihre Kassenzulassung zurück mit der Konsequenz, dass sie jetzt privat versicherte Patienten und Selbstzahler behandelt.

Ihr Leben lang hat sich Ursula Fischer dafür eingesetzt, dass allen die gleiche und möglichst beste medizinische Versorgung offen steht. Sie arbeitete von 1987 bis 89 in Nicaragua, um die Ärmsten zu heilen. Sie war Mitglied der letzten Volkskammer der DDR, wurde späterhin Bundestagsabgeordnete. „Ich wünsche mir, dass im Gesundheitswesen alle gleich behandelt werden.“ war ihre Intention, sich zusätzlich zum Beruf politisch zu engagieren.

Vier Kinder hat sie groß gezogen, eine berufliche und eine politische Karriere gestemmt, hat – wenn man so will – alles erreicht. Für den neuen beruflichen Abschnitt erklärt sie: „Mein Ziel ist Lebensfreude für meine Patienten.“

Autor: B. Köhler.  Fotos: S. Forberg

Der Empfang

Der Eingangsbereich

Sigrid Menge leitet die Patienten beim autogenen Training an.